Otto-Dönges-Schule / Nidda

Mit großem Geschick gebohrt, geschraubt und genagelt

Kooperation zwischen Otto-Dönges-Schule und Natur- und Vogelschutzgruppe – Kinder bauen Nistkästen für Vögel

Dieser Beitrag ist abgelaufen: 21. April 2013 00:00

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Jungs und Mädchen der 3. und 4. Klassen waren dieser Tage angesprochen, gemeinsam mit Mitgliedern der Natur- und Vogelschutzgruppe Nidda Nistkästen zu bauen. Vorsitzender Bernd Herrmann war deshalb am Mittwochnachmittag mit seinem Team in die Otto-Dönges-Schule gekommen und verwandelte den Unterrichtsraum kurzerhand in eine Holzwerkstatt. Mit großer Begeisterung wurden die schon vorbereiteten Teile von den jungen Handwerkern zusammengefügt. Dabei wurde mit großem Geschick gebohrt, geschraubt und genagelt. Ganz nebenbei erfuhren die Kinder noch Interessantes und Wissenswertes zur heimischen Vogelwelt und warum es denn sinnvoll ist, künstliche Nisthilfen zur Verfügung zu stellen. Bereits seit den Anfängen des Vogelschutzes zählt das Bauen und Anbringen von Nistkästen zu den festen Bestandteilen aktiver Naturschutzarbeit vor Ort. Künstliche Nisthilfen sind da sinnvoll, wo Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind, oder weil an Gebäuden geeignete Brutnischen fehlen.
"Außerdem macht das Bauen von Nistkästen einfach Spaß und eignet sich darum auch hervorragend, um Kinder und Jugendliche mit Tieren und deren Lebensweise vertraut zu machen" erklärte Bernd Herrmann. Nistkästen erfüllen übrigens auch im Winter wichtige Aufgaben. Ob Meisen, Kleiber, Eichhörnchen und Schmetterlinge - selbst die wetterbeständigsten Outdoor-Profis schätzen eine warme Schlafstube. Manchem Vogel könne die Nisthilfe im Winter sogar das Leben retten. Die Gefahr der Übertragung von Parasiten durch alte Nester sei geringer als der Nutzen eines warmen Unterschlupfes für die Tiere.

"Da Vögel mit 39 bis 42 Grad ständig eine höhere Körpertemperatur als Säugetiere aufrecht erhalten müssen, verbrennen sie in der kalten Jahreszeit viel Körperfett. Dadurch verlieren sie schnell an Gewicht und sind oft geschwächt. Eine kalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann ihnen da manchmal zum Verhängnis werden. Sperlinge bauen deshalb regelrechte Winternester, in die sie sich bei Frost einkuscheln. Von Zaunkönigen weiß man, dass sie sich im Winter gegenseitig in Nistkästen wärmen" erklärte Herrmann den Kindern. Mit so viel neuem Wissen ausgestattet, zogen die Teilnehmer los und suchten nach geeigneten Áufhängemöglichkeiten für die neu gebauten Nistkästen. Jugendwart Uwe Bonarius war zufrieden mit dem Verlauf dieser ersten Veranstaltung im Rahmen der Kooperation mit der Otto-Dönges-Schule. "Wir möchten mit dieser Zusammenarbeit für die Naturschutzarbeit werben. Im Herbst werden wir dann gemeinsam mit den Kindern schauen, ob die von ihnen gebauten Nistkästen Bewohner gefunden haben. Außerdem werden die Kästen dann winterfest gemacht und vielleicht auch noch ein paar weitere aufgehängt". 

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Quelle: Kreis-Anzeiger

| 22. März 2013 11:19